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vernünftigen Anlagen und durch äußere Verhältniſſe ge⸗ zwungen, früh genug reſigniren und in einem nützlichen Wirkungskreiſe das Wünſchen und Sehnen des Herzens zu beruhigen ſuchen, man nennt ſie unter Umſtänden:„eine liebenswürdige alte Jungfer,“ aber eine„glückliche“ wer⸗ den ſie nie ſein, die Welt ſieht nicht die ſtillen Stunden des Verlaſſen⸗ und Einſamſeins, ſie kennt nicht die Ge⸗ fühle des Wehes über das verfehlte Leben, und wie un⸗ befriedigend es iſt, ſich die Broſamen der Liebe in frem⸗ den Häuſern oder bei Brüdern und Schweſtern zu ſuchen. Außer dieſen liebenswürdigen alten Jungfern giebt es aber auch glückliche, und dem Herrn ſei Dank, ſie werden immer weniger zu den Seltenheiten gehören. Es ſind die, welche weder in den Thorheiten der Welt, noch im welt⸗ lichen Schaffen und Arbeiten Befriedigung ſuchen, ſondern deren Herz und Liebe zum Himmel gehört, einer Welt, wo ſie nicht freien noch ſich freien laſſen, deren Beruf es iſt, eine Chriſtin, ein Kind Gottes zu ſein, der höchſte, glücklichſte, ſeligſte Beruf für dieſe Welt und für die Ewigkeit, ein Beruf, der Verheiratheten und Unverhei⸗ ratheten gleich offen ſteht, ein Beruf, der weder einſam noch verlaſſen läßt, noch die Liebe in Broſamen austheilt. Nein, dieſer Beruf führt uns an einen reichen, uner⸗ ſchöpflichen Liebestiſch, wo einer Jungfrau nicht kärglicher gegeben wird als einer Frau, nein wer am meiſten ver⸗ langt, dem wird am reichſten ausgetheilt. Im Korinther⸗ briefe ſteht: Ich wollte aber, daß ihr ohne Sorge wäret.


