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Die alte Jungfer : eine Erzählung / von der Verfasserin des "Tagebuchs eines armen Fräuleins" [d.i. Marie Nathusius]
Entstehung
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junge Mädchen die Geſchichte eimr alten Jungfer! O nein(erſetzte ich lachend) das würde ich nicht können. Du ſollſt ja keine Geſchichte machen(warf Fritz ein), nein ge⸗ rade ganz einfache erlebte Dinge aus Deinem Leben nieder⸗ ſchreiben, es iſt recht gut, wenn wir einmal Wahrheit und nicht Ideale ſchauen. Aber lieber Fritz(wandte ich mich zu ihm), ein gutes Ende müßteſt Du Dir doch gefallen laſſen, eine ſehr fröhliche alte Jungfer. Dieſe Erlaub⸗ niß mußte er mir nun ſchon geben, aber wirklich der Plan gefiel mir und wurde im Ernſt und doch ſehr ſcherzend weitläufig beſprochen. So gut Leute, die glücklich verhei⸗ rathet ſind, dies als ein beſonderes Glück hinſtellen, werde ich es verſuchen, das Leben einer alten Jungfer getreulich abzumalen, ich möchte die jungen Mädchen mit dieſem Stande ausſöhnen und ihnen dieſe thörichte Heirathsluſt verleiden.

Mein Bruder Fritz war aus ſeiner Studierſtube zu uns getreten und hatte meine letzten Worte gehört. Das wird Dir doch nicht gelingen(ſagte er lächelnd); denn wenn Du aus Deinem Leben berichteſt, wirſt Du auch einiger Ehen erwähnen müſſen, die nichts abſchreckendes für junge Mäd⸗ chen haben. Gut(ſagte ich), daß aber eine alte Jungfer ſolch ein Glück in ihrer Rähe ſehen kann, ganz unbeſchadet ihres eigenen Glückes und ihres Friedens, das wird die Sache ſein. Ich wurde nun förmlich beſtürmt, bald an das Werk zu gehen, ich hatte nichts dagegen, ſtellte mir aber zur Bedingung, daß man nach den meiſten ge⸗