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Rosa : ein Lebensbild / von Agathe Rutenberg
Entstehung
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bach? ich ſehe Sie hente zum erſten Male.“ Ich erwiderte, daß ich erſt wenige Tage hier ſei, und er unterhielt mich nun, indem er mir die Merkwürdigkeiten der Stadt nannte und mir die ſehenswertheſten empfahl.„Denken Sie nur,“ ſagte er dann zu Frau von Lindau,„Monſieur de Beauivis iſt wieder hier und mit Fräulein von Grünheim engagirt!“ Frau von Lindau lächelte und ſagte:„Fräulein Thereſe ſcheint mir in allen Dingen ſo auch in der Liebe ſehr ver⸗ änderlich zu ſein.“ In dieſem Augenblick aber kam Thereſe am Arm des eben genannten Franzoſen an uns vorbei. Sie bemerkte Herrn von Steineck an meiner Seite und ein Ausdruck des Erſtaunens flog über ihr Geſicht. Dann aber, mich vornehm grüßend, neigte ſie ſich zu dem Erſteren, indem ſie ſagte:„Mon Pieu, hier ſind Sie, Herr Graf! Sie hatten mich ſo plötzlich verlaſſen und ich erwartete wahrlich nicht, Sie an einem ſo unſcheinbaren Platze wieder zu finden.“ Ich merkte ſogleich, daß dieſe Anſpielung nicht unſerem Platze, welcher allerdings in einer Ecke des Saales lag, ſondern mir galt, und dieſe Bosheit fuhr mir wie ein Meſſerſtich in's Herz. Ich hatte Thereſe wohl für leicht⸗ finnig, aber nicht für boshaft gehalten. Herr von Steineck jedoch erwiderte lächelnd;„O, dieſer Platz ward mir durch die Gegenwart eines Engels in ein Paradies verwandelt.“ Ich war durch dieſe Antwort nur noch verlegener geworden und daher ſehr froh, als der Tanz begann und Thereſe, in⸗ dem ſie ihrem Begleiter lachend etwas zuflüſterte, ſich ent⸗ fernte. Ich vergaß einigermaßen meinen Schmerz, als ich