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Rosa : ein Lebensbild / von Agathe Rutenberg
Entstehung
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er an meinem Bette zu und ſuchte mich auf jede Weiſe zu erheitern. Als ich geneſen war, wurde ich ſeine tägliche Begleiterin, wir waren unzertrennlich. Wir fuhren beide auf's Meer hinaus und ich ſang ihm ſeine Lieblingslieder, wenn wir uns im Nachen auf den erregten Wogen ſchau⸗ kelten; oder wir kletterten die wildeſten, unwegſamſten Felſen hinauf und ſuchten uns jene verborgenen, romanti⸗ ſchen Plätze, welche die Natur für ihre Liebhaber gebildet hat. Am häufigſten aber ritten wir allein hinaus auf die Jagd, welche Fernando ſehr liebte, und vertieften uns in das wildeſte Dickicht, wo wir das flüchtige Wild jagten, was er mich ſchießen gelehrt hatte. So vergingen uns die Tage in ſüßem ungeſtörten Glück und immer inniger wurde unſere Zuneigung zu einander. Einſt in einer mondhellen Nacht, als wir von der Jagd zurückkehrten, vertraute mir Fernando die Gefühle ſeines Herzens und er, der ſtolze, ſchöne ritterliche Graf gelobte dem armen, ungelehrten Kinde der Natur, es zu ſeiner Gattin zu erheben. Aber unſer Glück ſollte bald vernichtet werden. Zu ſpät erkannte Fernando's ſtolze Mutter die Liebe ihres Sohnes zu der armen Verlaſſenen und ſchrecklich war der Auftritt, der dann zwiſchen Beiden erfolgte. Ich erwartete Fernando im Garten, als er mit von Zorn geröthetem Antlitz aus dem Zimmer der Gräfin kam; ich beſchwor ihn, ſich und ſeine Eltern nicht unglücklich zu machen; ich ſagte ihm, daß ich ſogleich das gräfliche Haus verlaſſen wolle. Aber um⸗ ſonſt war mein Flehen, und indem er mich innig an ſich