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Im Labyrinth der Seele : zwei Novellen / von Adolf Palm
Entstehung
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dern haſtigen Tact ein und war mit ihren gellen Schlägen längſt zu Ende, als ihre ehrbare Kollegin aus der guten alten Zeit noch raſſelnd und ſchwer⸗ fällig die Zahl der Stunden vollzählte.

Doch halt, was war das? Noch ein anderer Klang miſchte ſich in die Stimmen der Uhren, ein Klang fern herübertönend wie ein ſtammelndes Echv. Waldemar horchte auf... das war die Glocke aus der entlegenen Waldkapelle, die den Morgen einläutete. Iſt Feiertag heute? fragte ſich der Burſche, der jenes Zeichen wohl kannte, und da drängte es ſich plötzlich wie ein heißer Blutſtrom gegen ſein Herz: der Feier⸗ tag von Mariä Himmelfahrt wurde eingeläutet.. der Todestag ſeiner Mutter.

Und da wollte er ein Verbrechen ausführen, ſeine Hände mit Blut beſudeln? Er wollte an dieſem Tag durch eine Schreckensthat noch auf ſie, die ihn geboren, einen Fluch zurückwerfen? Im Gegentheile, wollte ſein böſer Dämon einwenden, Du willſt Deine Mutter rächen, ſie rächen an Dem, der ihr ganzes Leben zerſtört,

ja, der Dir ſelbſt Deine letzte Stütze genommen hat!

Ja, aber braucht der Himmel Dich zu ſeinem Werkzeuge, wenn er ſtrafen will? antwortete eine milde Stimme in ſeiner Bruſt... er wurde immer unruhiger. Auf der

einen Seite ein verſengender Durſt, ſich Genugthuung

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