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richtet, lief ich zu, ohne auf den Weg zu ſehen und wurde mit einem Mal aufgeſchreckt durch den Anprall gegen einen Herrn, der gleich achtlos von der andern
Seite gekommen zu ſein ſchien. Er fuhr, wie ich, zu⸗
rück, murmelte ein paar Worte, ich ſah ihm ins Ge⸗ 1
ſicht„Manfred!“ rief ich— und wirklich, er war es,
mein Freund, der traute Geſelle meiner Jugend! Wie 3
da die Reden hin⸗ und wiederflogen, Fragen und Ant⸗ worten ſich überſtürzten!„Wo warſt Du denn in der Welt? Ging Dir's wohl? Kehrſt Du zurück in die Heimath?“— wie ſoll ich wiſſen, was ich ihn alles
frug! Die erſte Stunde des Wiederzuſammentreffens
mit einem Freunde, den ein dunkles Schickſal von un⸗
ſerer Seite geriſſen, iſt ein Brennpunkt, in dem alle
S trahlen lange zurückgehaltener Herzensangelegenheiten zuſammenſchießen und haſtig ſuchen die Gemüther, die
oft durch einen rauhen Lebensgang verſchütteten Quellen wieder, aus denen ſie wohl einſt gemeinſam Erfriſchung
und Freude getrunken. Ach bald, nachdem die erſte Auf⸗ regung verbrauſt war, ſollte ich gewahr werden, daß Manfred ein ganz Anderer geworden war, als ich ihn von früherher kannte. Es lag etwas Mattes, Müdes, Abgeleb⸗
tes in ſeinem Weſen, ein ganz eigenartiger Zug, den man blaſirt nennen möchte, wenn man damit nicht mehr ein geiſtiges Stumpfſein, als ein körperliches bezeichnete
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