Druckschrift 
Im Labyrinth der Seele : zwei Novellen / von Adolf Palm
Entstehung
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Nacht, während ich ſicher und warm ſitze am trauten Herde der Heimath? Ich griff zum erſten Glas des Weins, deſſen würziger Athem ſchon das ganze Gemach durchduftete. Auf Dein Wohl, Manfred! Möchteſt Du in dieſer Nacht, die einen neuen Markſtein in unſerem Leben bezeichnet, ebenfalls der fernen Freunde gedenken.. das heißt, wenn noch ein Gedanke Deine Bruſt beſeelt und wenn Du nicht ſchon längſt einge⸗ ſcharrt liegſt in fremder Erde! Ich leerte das Glas mit beherztem Zuge.

Dann ſtreckte ich mich auf das Sopha, ſchlug das Buch auf, goß mein Glas von Neuem voll und be⸗ gann zu leſen.

Ich weiß nicht, lieber Leſer, vb DuDes Künſt⸗ lers Familie von Dumas kennſt; aber wenn ich Dir einen Rath geben darf, ſo lies dies Buch nicht einſam in Deinem Zimmer nach dem Genuß berauſchenden Wein's, auch wähle dazu wo möglich nicht gerade die Neujahrsnacht. Es kann Dir ſonſt paſſiren, daß Du plötzlich die ſchöne Arſena, des grimmen Danton's Geliebte, vor Dir zu ſehen glaubſt, wie ſie nach Dei⸗ nem Glaſe greift, Dir zutrinkt, den Wein hinunter⸗ ſtürzt, der aber unter dem ſchwarzen Sammetband, das ihren abgeſchnittenen Kopf mühſam mit dem Rumpfe zuſammenhält, hervortröpfelt und über die weiße