ſeiner Anſicht ganz übermäßigen Preis. Der Käufer ſagte, er ſeinerſeits ſei vollkommen damit zufrieden und ſprach, wie wenn er falſch gehört hätte, die doppelte Summe aus, wollte nichts von Berichtigungen hören, ſondern unterbrach und beendigte alles Gerede, indem er die ganze Geſellſchaft auf den Tag nach der Hochzeit zu einem Mittagsmahl auf ſeinem Schloſſe einlud, wo die Verkaufsurkunde nach den geſetzlichen Beſtimmungen niedergeſchrieben werden ſollte⸗
„Ach,“ ſagte Don Abbondio, als er nach Hauſe zurückgekehrt war, zu ſich ſelbſt: wenn die Peſt immer und überall ſolche Folgen gehabt hätte, ſo wäre es wahr⸗ haftig Sünde, übel von ihr zu reden; man ſollte beinahe in jedem Menſchenalter eine wünſchen, und ſo könnte man ſich's gefallen laſſen, eine Krankheit zu überſtehen.“
Die Dispenſation kam, die Rücknahme des Steckbriefs kam, es kam der geſegnete Tag: die beiden Verlobten gingen mit triumphlrender Zuverſicht in die Kirche und wurden alsdann wirklich durch Don Abbondio's Mund ge⸗ traut. Ein anderer und noch viel eigenthümlicherer Triumph⸗ zug war am folgenden Tag der Beſuch im Schloſſe; ich überlaſſe es Jedem, ſelbſt zu bedenken, welche Gedanken ihnen kommen mußten, als ſie dieſe Anhöhe hinanſtiegen und zu dieſem Thor hineintraten, und was für Reden ſie, jedes nach ſeiner eigenen Anſchauungsweiſe, führten. Ich bemerke nur noch, daß mitten in der Fröhlichkeit bald das Eine, bald das Andere mehr als einmal äußerte, um das Feſt zu krönen, fehle nichts als der arme Pater Criſtoforo. Aber was ihn betrifft, ſagten ſie dann, ſo iſt ihm gewiß wohler als uns.*
Der Burgherr empfing ſie auf's Freundlichſte, führte ſie in einen ſchönen Speiſeſaal, ließ die Neuvermählten mit Agneſe und der Mailänder Frau an einer Tafel Platz nehmen und wollte, bevor er ſich ſelbſt zurückzog, um mit Don Abbondio anderswo zu ſpeiſen, auch an dieſem
erſten Mahle einigen Antheil nehmen, ja er half ſogar ſeine Gäſte bedienen. Hoffentlich wird Niemand in den


