Teil eines Werkes 
9.-13. Bdchn. (1851)
Entstehung
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meine, es ſei endlich die Zeit dazu. Haben wir nicht ſchreckliche Dinge genug überſtanden, meine Kinder, gar ſchreckliche Dinge? Es ſteht wohl zu hvffen, daß die vaar Tage, die wir noch zu leben haben, etwas weniger traurig ſein werden. Aber Ihr dürft von Glück ſagen, da Ihr, wenn Euch kein Unfall begegnet, noch eine gute Weile die überſtandenen Leiden mit einander beſprechen könnt. Ich armer, alter Mann dagegen... Die Schurken können ſterben, von der Peſt kann man geneſen, aber gegen das Alter iſt kein Kraut gewachſen, und, wie es heißt: senectus ipsa est morbus.“

„Jetzt,“ ſagte Renzo,„könnt Ihr Latein ſprechen, ſo viel Ihr wollt, ich habe Nichts dagegen.“

„Du haſt es noch immer auf das Latein abgeſehen, Du? Schon gut, ſchon gut, ich will Dich ſchon kriegen. Wenn Du nun mit dieſem Mädchen da vor mich trittſt und ſo gerne gewiſſe lateiniſche Wörtchen hören möchteſt, ſo werde ich zu Dir ſagen: Du willſt kein Latein, gehe hin in Frieden. He?“

„O, ich weiß wohl, was ich ſage,“ verſetzte Renzo, „dieſes Latein da iſt es nicht, was mir Angſt macht, das iſt ein ächtes, hochheiliges Latein, wie das der Meſſe, und dann müßt Ihr auch ableſen, was im Buche ſteht. Ich meine nur das ſpitzbübiſche Latein außer der Kirche, das ſo verrätheriſch im beſten Geſpräche über Einen herfällt. Z. B. da wir jetzt einmal da ſind und alles im Reinen iſt, ſo überſetzt mir doch einmal jenes Latein, das Ihr eben auf dieſem Plätzchen da auskramtet, um mir zu beweiſen, daß Ihr nicht könnet und daß noch ganze andere Dinge nöthig ſeien, in die gute Landesſprache.“

„Schweig, Spaßmacher, ſchweig! Rühre dieſe alten Geſchichten nicht wieder aufz denn wenn wir jetzt mit ein⸗ ander abrechnen müßten, ſo weiß ich nicht, wer Etwas gut hätte. Ich habe Alles verziehen, ſprechen wir nicht mehr davon; aber Ihr habt mir doch ganz garſtige Streiche geſpielt. Von Dir nimmt es mich nicht denn Du