Teil eines Werkes 
9.-13. Bdchn. (1851)
Entstehung
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„Ihr wißt, daß wir eben deshalb hieher gekommen

ſind,“ ſagte Renzo.

„Ganz gut, und ich werde Euch dienenz ich will auch ſogleich Seine Eminenz davon in Kenntniß ſetzen.“

„Wer iſt Seine Eminenz?“ fragte Agneſe.

„Seine Eminenz,“ antwortete Don Abbondiv,„iſt „Herr Cardinal Erzbiſchof, welchen Gott erhalten wolle.

„O, da bitte ich um Entſchuldigung,“ verſetzte Agneſer „obſchon ich eine arme, unwiſſende Frau bin, ſo kann ich Euch doch verſichern, daß man ihn nicht ſo nennt, denn als wir das zweite Mal mit ihm ſprachen, ſo wie ich jetzt mit Euch ſpreche, da zog mich einer dieſer Herren Prieſter auf die Seite und belehrte mich, wie man mit dieſem Herrn

ſpreche, und daß man zu ihm Euer Gnaden und Hochwür⸗ digſter Herr ſagen müſſe.“

„Wenn er Euch gegenwärtig wieder zu unterrichten hätte, ſo würde er Euch ſagen, daß man ihn jetzt Eminenz betitelt; verſteht Ihr wohl? denn der Papſt, welchen Gott ebenfalls erhalten wolle, hat im Monat Juni vorgeſchrieben, daß man den Cardinälen dieſen Titel zu geben habe; und wißt Ihr, warum er wohl zu dieſem Entſchluß gekommen

ſein wird? Weil das Euer Gnaven, das für ſie und ge⸗

wiſſe Fürſten galt, jetzt Etwas geworden iſt, das ſogar vielen Leuten gegeben wird: und wie ihnen das Wörtchen ſo gar wohl zu thun ſcheint! Was wollte er alſo machen? Es allen nehmen? Das hätte Beſchwerden, Groll, Weh⸗ klagen, Verdruß verurſacht, und überdies wäre doch Alles beim Alten geblieben. Der Papſt hat alſo einen ganz vortrefflichen Ausweg erſonnen. Man wird allmählig an⸗ fangen, die Biſchöfe als Eminenz zu betiteln; dann werden die Aebte es haben wollen, dann die Pröbſte, denn die Menſchen ſind nun einmal ſo! Dann die Domherren.“ „Daun die Pfarrer,“ ſagte die Wittwe.

„Nein, nein,“ verſetzte Don Abbondio,„die Pfarrer müſſen den Karren ziehen; ſeid unbeſorgt, ſie werden die

Die Verlobten. IMI. 2¹

Au.