2 nicht der Ort iſt, trugen ſchon ſeit längerer Zeit dazu bei,
jene traurigen Wirkungen allmälig im ganzen Mailänder Gebiet hervorzubringen! die beſonderen Umſtände, von denen wir jetzt ſprechen, waren gleichſam eine plötzliche Verſchlim⸗ merung eines chroniſchen Uebels. Auch war die armſelige Ernte kaum eingebracht, als die Verproviantirung der Armee und die damit verbundenen Verſchleuderungen einen ſolchen Riß hinein machten, daß der Mangel bald fühlbar wurde und mit dem Mangel ſeine ſchmerzliche, aber heilſame und unvermeivliche Wirkung, die Theuerung ſich einſtellte. Wenn aber die Theurung einen gewiſſen Grad erreicht, ſo entſteht immer(wenigſtens war dies in früheren Zeten ſiets der Fall, und wenn es nach den Schriften ſo vieler braver Männer noch immer der Fall iſt, ſo denke man ſich vollends in jene Zeiten), ſo entſteht immer unter der Menge der Glaube, daß ſie nicht durch wirkliche Noth herbeigeführt ſei. Man vergißt, daß man ſie gefürchtet und vorhergeſagt hatte; man nimmt auf einmal an, es ſei Korn in Hülle und Fülle vorhanden, und das Uebel komme nur daher, daß man nicht den nöthigen Bedarf zum Vor⸗ ſchein kommen laſſe; Vorausſetzungen, die allerdings ziem⸗ lich albern ſind, aber dem Zorn und der Hoffnung zugleich ſchmeicheln. Die ob nun wirklichen oder vermeintlichen Kornwucherer, die Gutsbeſitzer, die nicht ihren ganzen Vor⸗ rath an einem Tage verkauften, die Bäcker, welche kauften, kurz alle diejenigen, die ein wenig oder genug Korn be⸗ ſaßen oder als Beſitzer von Vorräthen galten, wurden als die Verurſacher der Noth und der Theuerung ausgeſchrieen. Sie waren die Gegenſtände der allgemeinen Klagen und des Abſcheues der großen Menge in guten oder ſchlechten Kleidern. Man ſagte genau wo die mit Korn angefüll⸗ ten, von Korn ſtrotzenden, ja ſogar der Stützen bedürftigen Vorrathskammern und Magazine ſeien; man nannte eine höchſt übertriebene Zahl von Säcken, man ſprach mit Be⸗ ſtimmtheit von der ungeheuern Menge Getreide, die heim⸗ lich in fremde Länder geſchafft würde, in denen man wahr⸗
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