Teil eines Werkes 
5.-8. Bdchn. (1851)
Entstehung
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Zwölftes Capitel.

Es war dies das zweite Jahr des Mißwachſes; im vorigen Jahre hatten die ſpärlichen Ueberbleibſel der übri⸗ gen dem Mangel noch einigermaßen abgeholfen, und die Bevölkerung war weder ſatt, noch ganz ausgehungert, je⸗ denfalls aber gänzlich entblößt bei der Ernte des Jahres 1628 angelangt, in welchem wir uns mit unſerer Geſchichte befinden. Nun aber fiel die ſo ſchmerzlich erſehnte Ernte, theils wegen noch ungünſtigerer Witterung(und dies nicht blos im Mailändiſchen, ſondern auch in einem guten Stücke des angrenzenden Landes), theils durch die Schuld der Menſchen noch ärmlicher aus als ſdie früheren. Die Verwüſtung und Verheerung des Krieges, jenes ſchönen Krieges, deſſen wir bereits gedacht haben, griff dermaßen um ſich, daß in demjenigen Theile des Staates der ihm am nächſten lag, viele Ländereien noch weniger als ſonſt beſtellt und von den Landleuten verlaſſen wurden, welche,

ſtatt durch Arbeit ſich ſelbſt und Andern Brod zu ſchaffen, ſich genöthigt ſahen um Gottes willen betteln zu gehen.

Ich habe geſagt, die Ländereien ſeien noch weniger als ſonſt beſtellt worden, denn die unerſchwinglichen, mit einer beinahe grenzenloſen Habgier und der rückſichtsloſeſten Un⸗ billigkeit auferlegten Laſten, die Art, wie ſich die vaterlän⸗ diſchen Truppen ſelbſt im Frieden aufführten, eine Auf⸗ führung, die nach den ſchmerzlichen Urkunden jener Zeit um Nichts beſſer war, als die eines angreifenden Feindes, dann auch noch andere Gründe, zu deren Aufzählung hier Die Verlobten. IM. 1