Teil eines Werkes 
1.-4. Bdchn. (1851)
Entstehung
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Straße in zwei kleine, gekrümmte und je nach der Jahreszeit mit Staub oder dünnem Schlamm bedeckten Wege: da, wo die elende Borghettoſtraße war und noch immer iſt, ergoß ſich das Bächlein in eine Kloake und floß durch dieſelbe in den andern Bach, der die Mauern beſpülte. Hier ſtand eine Säule mit einem Kreuz da⸗ rauf, die Säule des heil. Dionys genannt; rechts und links waren mit Zäunen eingefaßte Küchengärten; da und dort ſtanden auch elende Häuschen, größtentheils von Wäſchern bewohnt.

Renzo tritt ein, geht hindurch: keiner der Zoll⸗ wächter läßt ein Wort verlauten, und dieß fällt ihm ſehr auf, weil er von den wenigen Leuten ſeines Dorfes, die ſich rühmen konnten, in Mailand geweſen zu ſein, Wunderdinge von den Unterſuchungen und Fragen gehört hatte, denen alle von außen Herkommende ausgeſetzt ſeien. Die Straße war öde, und wenn er nicht ein fernes Geſumme gehört hätte, das auf eine große Bewe⸗ gung deutete, ſo hätte er geglaubt, in eine verlaſſene Stadt zu kommen. Während er vorwärts ſchritt, ohne zu wiſſen, was er denken ſollte, bemerkte er auf dem Pflaſter gewiſſe weiße Streifen wie von Schnee; aber Schnee konnte es nicht ſein, denn dieſer fällt nicht in Streifen und gewöhnlich auch nicht zu dieſer Jahreszeit. Er trat näher zu einem derſelben, betrachtete, befühlte ihn und überzeugte ſich, daß es Mehl war. In Mai⸗ land, ſagte er bei ſich ſelbſt, muß großer Ueberfluß herr⸗ ſchen, wenn man die Gottesgabe auf ſolche Art vergeudet. Man hat uns doch erklärt, die Theurung habe überall eingeriſſen. Da ſieht man jetzt, wie ſie's machen, um die armen Leute auf dem Lande in Ruhe zu halten!— Als er aber nach einigen weitern Schritten in die Nähe der Säule kam, erblickte er am Fuß derſelben etwas noch Seltſameres; er ſah auf den Stufen des Fuß⸗ geſtelles gewiſſe Dinge hingeſtreut, die gewiß keine Rieſelſteine waren, und die er, wenn ſie in einem Bäcker⸗ laden gelegen hätten, Brod genannt haben würde. Aber Renzo wagte es nicht, ſo bald ſeinen Augen zu traue