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Don Rodrigo zurückgeeilt, und jetzt müſſen wir dieſen verlaſſen, um Renzo ab ufertigen, der eben vor uns tritt.
Nach dem Wnerzſichen Abſchied, den wir erzählt haben, wanderte er von Monza nach Mailand zu, in einer Stimmung, die Jedermann ſich leicht denken kann. Sich von Hauſe und, was noch mehr iſt, ſich von ſei⸗ nem heimathlichen Dorfe, ja was noch mehr iſt, von Lucia zu entfernen, ſich auf einer Straße zu befinden, ohne zu wiſſen, wo er ſein Haupt niederlegen ſollte, und Alles um eines ſolchen Schurken willen! Wenn dieſes Bild ſich vor Renzo's Einbildungskraft ſtellte, dann ſchwoll er auf vor Wuth und Rachedurſt; hernach aber ſiel ihm jenes Gebet wieder ein, das auch er ſeinem guten Mönch in der Kirche von Pescarenicv nachgeſpro⸗ chen hatte, und er erkannte ſeinen Fehler; bald darauf gerieth er wieder in Zorn, aber wenn er dann ein Hei⸗ ligenbild an einer Mauer ſah, ſo zog er den Hut ab und blieb einen Augenblick ſtehen, um von Neuem zu beten. So kam es denn, daß auf dieſer Reiſe Don Ro⸗ drigo in ſeinem Herzen wenigſtens zwanzigmal ermordet und wieder in's Leben gerufen wurde. Die Straße war zwiſchen zwei hohen uferwänden ganz begraben, kothig, ſteinig, von tiefen Fahrgeleiſen durchfurcht, die ſich nach einem Regen zu Goſſen erweiterten, und anmanchen Stellen, wo ihr Bett zur Aufnahme des Waſſers nicht ausreichte, völlig überſchwemmt, in eine Lache verwandelt und bei⸗ nahe ungangbar. An ſolchen Stellen zeigte ein ſchmaler ſtufenartiger Fußpfad, der an der Uferwand hinaufführte, an, daß andere Wanderer einen Weg über die Felſen hin geſucht hatten. Renzo kletterte auf einem ſolcher Durchgänge zu dem höhern Boden hinauf, ſchaute vor ſich hin, ſah das gewaltige Domgebäude allein in der Ebene, wie wenn es nicht mitten aus einer Stadt, ſon⸗ dern aus einer Wüſte hervorragte, und nun blieb er ſtehen und vergaß all ſein Herzeleid über der fernen Be⸗ trachtung dieſes achten Weltwunders, von welchem er ſeit ſeiner Kindheit ſo viel reden gehört hatte. Aber als


