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geläutet hatte, ohne daß man, wie die beiden Ehren⸗ männer vorher geglaubt, im eignen Hauſe Verräther an⸗ unehmen brauchte. Er ſprach von der Flucht, und auch jür dieſe konnte leicht mehr als ein Grund aufgefunden werden: die Furcht der auf der That ertappten Braut⸗ leute, oder hatte ihnen vielleicht Jemand einen Wink über den Einbruch ertheilt, nachdem derſelbe entdeckt und das anze Dorf aus dem Schlaf gerüttelt worden war. Seine etzte Wittheilung beſtand darin, daß ſie ſich nach Pes⸗ earenieco geflüchtet haͤttenz weiter erſtreckte ſich ſein Wiſſen nicht. Don Rodrigo freute ſich über die Gewißheit, daß Niemand ihn verrathen habe und daß keine Spuren von ſeiner That zurückgeblieben ſeien. Dieſe Freude war jedoch nur kurz und flüchtig.„Zuſammen entflohen!“ rief er:„zuſammen! Und dieſer Schuft von einem Mönch! dieſer Mönch le das Wort kam nur mit einem heiſern Röcheln und halb verſtümmelt zwiſchen den Zäh⸗ nen hervor, die an den Fingern nagten; ſein Ausſehen war häßlich, wie ſeine Leidenſchaften.„Dieſer Mönch ſoll mir dafür büßen! Grauer, ich will nicht mehr ich ſein. ich will wiſſen, wo ſie ſind. Ich habe keine Ruhe. Geſchwind nach Pestarenico, erſpähe, ſieh nach, finde.. Du bekommſt auf der Stelle vier Seudi, und mein Schutz iſt Dir für immer geſichert. Heute Abend noch will ich es wiſſen. Und dieſer Schurkeſ...“ Und dieſer Mönch.
So rückte denn der Graue von Neuem in's Feld, und am Abend deſſelben Tages konnte er ſeinem würdi⸗ gen Schutzherrn die gewünſchte Nachricht überbringen; man ſehe, auf welche Art.
Eine der höchſten Tröſtungen dieſes Lebens iſt die Freundſchaft, und eine der Tröſtungen der Freundſchaft iſt der Beſitz einer Perſon, der man ein Geheimniß an⸗ vertrauen kann. Nur ſind die Freunde nicht wie die Ehegatten nach Paaren abgetheilt; jedermann hat, im Allgemeinen geſprochen, immer mehr als einen, und dies bildet eine Kette, deren Ende Niemand auſzufinden ver⸗ möchte. Wenn alſo ein Freund ſich den Troſt verſchafft,


