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meinerſeits ganz mit denſelben Abſichten für meine Familie hiehergekommen. Alſo Familie gegen Familie, Ehre gegen Ehre, Namen gegen Namen! Denn meine bürgerliche Ehre und mein bürgerlicher Name ſind mir eben ſo heilig und ſind eben ſo makellos, als Ihr Wappen es nur ſein kann! Darum aber, mein Herr Herzog, und auch ich rede als ein Ehrenmann zu einem Ehrenmanne, darum aber iſt mein Haus eben ſo wenig dazu gemacht, die ausgeſtoßenen Mitglieder des Ihren in ſich aufzunehmen, als es einen Preis giebt, um welchen ich meinen Namen dazu herleihe, die Schande eines Frauenzimmers zu verber⸗ gen, das ſich einem jungen Manne leichtfertig in den Weg und in die Arme ge⸗ worfen hat!“
„Sie ſprechen von Ihrer Frau Schwiegertochter, mein Herr! ſagte der Herzog mit bitterm Spotte.“
„Ich ſpreche von Ihrer Mademviſelle Schweſter, mein Herr Herzog! er⸗ wiederte ich ihm.“
„Er ſchwieg und biß die Lippen zuſammen. Dann ſagte er plötzlich und ſchnell:„Die Ehe Ihres Herrn Sohnes mit der jungen Dame, die er entführt hat, iſt eine Thatſache!“—
„Die heimliche Ehe zweier Minderjährigen iſt eine Poſſe! entgegnete ich ihm.“
„Ein noch lebender Prieſter unſerer Kirche hat Ihren Sohn mit ſeiner
Fran getraut, die Ehe iſt in unſerer Kirche unauflöslich, und es werden ſich
Mittel finden, Ihren Sohn und Sie zur Anerkennung derſelben zu zwingen! rief er heftig.“
„Mein Sohn iſt minderjährig, antwortete ich ihm, und Proteſtant. Er hatte kein Recht, irgend eine Ehe ohne meinen Willen zu ſchließen, und...“
„Was denken Sie alſo zu thun? unterbrach er mich ſchnell.“
„Ich werde alle meine väterliche Gewalt gebrauchen! verſetzte ich.“
„Das heißt alſo? fragte er.“
„Ich werde, wenn mein Sohn mir nicht Gehör giebt, oder wenn Sie Ihre Schweſter nicht mit Sich nehmen, den Fehltritt derſelben in Ihrer Familie zu verbergen, die Geliebte meines Sohnes durch die Behörden zu entfernen, und meinen Sohn zu der Heirath zu beſtimmen wiſſen, die ich für ihn mit der Tochter eines meiner Freunde ſeit Jahren ſchon beſchloſſen habe.“
„Da er ſah, daß es mir Ernſt war, blieb er eine Weile ſtill, als gehe er mit ſich zu Rathe. Danach fragte er mich in feſtem Tone: Sie würden alſo nöthigen Falles die Oeffentlichkeit nicht ſcheuen. Sie würden zur Wahrung Ihrer Ehre, Ihren Namen der Böswilligkeit des Geredes Preis geben?“
„Die öffentliche Meinung meiner Mitbürger und Standesgenoſſen wird un⸗ bedenklich für mich ſein, wenn ich Alles anwende, mein Wort zu halten und die Sitten meines Hauſes rein zu bewahren. Sie würde ſich gegen mich wen⸗ den, und ich würde mich ſelbſt verachten, wenn ich ein entehrtes Mädchen


