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Der heehof. Von funn Lewald.
Erſtes Kapitel.
Man nimmt es den alten Leuten immer übel, wenn ſie die Tage ihrer Jugend rühmen, wenn ſie dieſelben beſſer finden, als die Gegenwart, und doch ſollte man ſie deshalb mehr be⸗ klagen als tadeln; denn jene Behaup⸗ tung ſpricht es nur aus, daß ſie nicht mehr im Stande ſind, der fortſchreiten⸗
wägende Vergleichen und damit die Gerechtigkeit und Verſöhnlichkeit un⸗ möglich geworden ſind. Indeß ohne noch an ſolcher Stufe des Alters zu ſtehen, gelangt man zu einem Punkte, in welchem jedes Rückerinnern zum Vergleichen auffordert, weil man ſich nicht verbergen kann, daß die Zeit und die Menſchen in ihr ſich geändert haben. Es fallen einem dann unwillkürlich Dinge und Geſchichten ein, die man erlebt hat, die geſchehen„un denen man ſich doch ſagen muß, daß ſie jetzt nicht mehr in gleicher Weiſe geſchehen könnten. Damit wird dann leicht die Luſt erregt, ſie aufzuzeichnen, um ihr Andenken nicht untergehen zu en und zu ſolcher eſ nehme ich dieſes Blatt zur Hand. Fanny Lewald, Der Seehof. 4
den Bewegung des Lebens und der Geiſter zu folgen, daß ihnen das ab⸗


