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Der Missionair : Originalerzählung : zur Belehrung und Unterhaltung für die Jugend und ihre Freunde / von Philipp Koerber.
Entstehung
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eutfernteſten gelegene Niederlaſſung. Hier erfriſchte er ſich durch einen Trunk Waſſer, beſuchte ſodann die Ar⸗ beiter auf den Feldern und in den Forſten und war trotz der drückenden Sonnenhitze und ſeines ſteigenden Unwohlſeins mit ganzer Kraft thätig. Erſt gegen Abend dachte er daran, nach dem Dorfe zurückzukehren und hier ſich durch etwas Speiſe zu ſtärken. Kaum hatte er ſich jedoch in der Hütte niedergelaſſen, als ihn ein heftiges Fieber ergriff, deſſen Symtome ſich ſo gefährlich und bedenklich zeigten, daß er ſelbſt davor erſchrack. Die mitgenommenen Arzneimittel wendete er vergeblich an, um die wachſende Heftigkeit der Krankheit zu mildern und endlich mußte er ſich entſchließen, ſo ſchnell als mög⸗ lich nach Bethlehem zurückzuehkren. Die Bewohner der Niederlaſſung erſchracken über ſein Ausſehen. Sechs der kräftigſten Männer begleiteten ihn nach Beth⸗ lehem. Wilberforce tröſtete die Jammernden und ſuchte ſie zu beruhigen, obwohl er ſeine Kraft mit großer Schnelligkeit ſchwinden fühlte. Mit übermäßiger An⸗ ſtrengung ſuchte er die ſich immer ſchneller und fürchterlicher wiederholenden Anfälle niederzukämpfen, obwohl er oft vor Schmerzen faſt bewußtlos wurde und nach Verlauf von zwei Stunden kaum mehr im Stande war, ſich auf dem Pferde zu erhalten. Der wirre Gedanke, daß er Bethlehem zu erreichen ſuchen müſſe, wenn er nicht hilf⸗ los in der Wildniß verſchmachten wolle, richtete ihn