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Der Missionair : Originalerzählung : zur Belehrung und Unterhaltung für die Jugend und ihre Freunde / von Philipp Koerber.
Entstehung
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Munoroah leitete alle Kräfte ſeines Volkes, regte an, wo hie und da die Luſt oder der Muth erlahmen wollte, ſchlichtete Streitigkeiten, ſorgte und ermahnte und unterſtützte, wo es geſchehen mußte und war in allem die kräftigſte Stütze des Miſſionärs. Auf ſolche Weiſe gelang, was ſelbſt die kühnſte Hoffnung kaum für mög⸗ lich geachtet hatte und das Werk ſchien ſich durch höh⸗ eren Segen ſeiner Vollendung ſchnell zu nahen, als der unbegreifliche Rathſchluß Gottes plötzlich die edelſte Triebfeder all' dieſer ſchönen und hoffnungsvollen Thä⸗ tigkeit hinwegnahm.

Es war ein ſchöner Sommermorgen. Wilberforce hatte ſich beim Erwachen etwas matt gefühlt; da er aber

nicht gewohnt war, auf ein unbedeutendes Uebelbefinden

zu achten, ſo nahm er ein Bad im Strome, verſah ſich mit einigen Arzneimitteln und chirurgiſchem Geräthe, ohne das er nie auszugehen pflegte und beſtieg ſein Pferd, um einige der entfernteſten Niederlaſſungen zu

beſuchen. Für Munorvah hatte er einige Worte nieder⸗

geſchrieben, um dieſen zu benachrichtigen, wohin er ſich begeben und wann er zurücktehren würde. Auf ſeinem Wege berührte er die meiſten Colonieen, wurde überall

mit großer Liebe empfangen, verordnete den Kranken

Medizin und ſetzte ſodann ſo ſchnell als möglich, ſeinen Weg fort. Glücklich erreichte er, begleitet von einem Einwohner der ſo eben verlaſſenen Ortſchaft, die am