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Der König verlor aber die Familie Mender nicht mehr aus dem Auge; fort und fort genoſſen ſie, oft un⸗ erwartet, der Wohlthaten ihres gnädigen Monarchen.
Eine beſonders gnädige Zuneigung empfand aber der König gegen Niklas. Durch Königliche Fürſorge durfte der brave Knabe die lateiniſche Schule beſuchen und lernte daſelbſt ſo eifrig und zeigte ſo glückliche An⸗ lagen, daß ihn der König ſtudiren ließ. Er iſt jetzt ein würdiger Beamter, die Stütze ſeiner greiſen Mutter und ſeiner braven Geſchwiſter. Unvergeßlich iſt allen der edle König Marximilian, ihr Wohlthäter und Freund. Niklas ließ ſich das Bild des guten Vaters Mar malen und zwar in jener einfachen blauen Kleidung, die der höchſtſelige Köng bei ſeinen Spaziergängen zu tragen pflegte. Es hängt dieſes Bild in dem Zimmer ſeiner hochbetagten Mutter unter dem Kruzifir an der Wand und iſt ſtets mit einem Kränzchen friſcher Blümchen geſchmückt.
Unter dem Bild ſtehen aber die Worte von Niklas Hand:
König Mar, der Gütige! Er war ein Mann nach Gottes Herzen, Der mild gelindert Noth und Schmerzen Auf Erden ſchon, den Engeln gleich;— Drum gab Ihm Gott das Himmelreich!


