ſo ſchimpfen. Wenn's arg iſt, wird ihnen die Zunge ausgeriſſen,“ ſagte der Gensdarm.
„Gerechter Gott!“ rief die Loh, die nicht den min⸗ deſten Zweifel in dieſe Angabe ſetzte, denn der Polizei⸗ mann mußte das nach ihrer Meinung gewiß wiſſen.“
Als ſie auf die Polizei kam, ſah ſie den Herrn Zan⸗
kerl, der bei ihrem Anblick in eine Art von Nervenzuckun⸗ gen gerieth und deſſen Lippen ſich zornig bewegten. Sie ſtand nun hart neben ihm und empfand keine geringe Luſt, ihm zu Füßen zu fallen und ihn um Barmherzig⸗ keit und Verzeihung zu bitten. Anfangs wagte ſie es nicht, ihn anzublicken; als ſie aber lange warten mußte, warf ſie endlich einen Blick auf ſein Geſicht. Das aber ſtrahlte von ſolcher Bosheit und Schadenfreude, daß alle ihre guten und verſöhnlichen Vorfätze plötzlich wie⸗ der erloſchen.
„Und wenn ſie mir die Zunge ausreißen, ſo ſag
ich nicht, daß es mich reut; Baſta!“ dachte ſie.
Endlich wurde ſie ins Zimmer gerufen und wegen der Wäſche vernommen, die Diebin leugnete nicht und das Verhör war ſchnell zu Ende. Inzwiſchen hatte Herr Zankerl, der außen immer noch wartete, durch einen Zu⸗ fall den Wachtmeiſter Dentinger getroffen, der auch außen vorüber ging und den er ſeit längerer Zeit kannte.
Der Wachtmeiſter hatte bereits ein paar Maaß'l zu
ſich genommen und dem Zankerl in der beſten Laune


