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ſtandhaft erträgt. Nun entſtand ein gewaltiges Gedränge.
Die Umſtehenden fielen dem Weib in die Arme, hielten
ſie feſt; Geſchrei, Verwirrung, Aufſehen auf allen Seiten. Die vor der Kaſerne ſtehenden Kuiraſſiere ſpringen her⸗ zu, ein Wachtmeiſter, Namens Dentinger, macht ſich Platz durch die Menge und faßt das zitternde Weib. Er kennt Niklas, deſſen Vormund und Pathe er iſt, und
deſſen Mutter auch für ihn die Wäſche beſorgt, und er⸗
fährt, was vorgegangen. Nun iſt dem Weibe jede Hoff⸗ nung, zu entkommen, abgeſchnitten. Sie geſteht, daß ſie die Wäſche geſtohlen, alles ruft nach der Polizei, nach Gensdarmen; endlich kommt einer; die Kuiraſſire über⸗ geben ihm die Diebin und der Gerichtsdiener führt ſie fort nach dem Amte, wohin ſie die entwendeten Gegen⸗ ſtände ſelbſt tragen und wohin ihn Niklas begleiten muß. Eben wollte dieſer dem Wachtmeiſter danken, als der Sol⸗ dat plötzlich die Hand an den Helm legte und vor einem Mann im blauen Rocke die Honneurs machte. Alles weicht ehrfurchtsvoll zurück und Niklas erkennt im Ab⸗ gehen ſeinen mildthätigen Freund. Gerne hätte er ihn geſprochen, aber der Gensdarm drängt und nach weni⸗ gen Schritten iſt er aus der Gegend, woſelbſt ſich der Vorfall zugetragen hatte.
Die Verſammlung aber verließ dieſebbe nicht, denn ein Anderer hatte dort die Aufmerkſamkeit des Volkes erregt. Der Wachtmeiſter Dentinger hatte eben ſeine Gefangene dem Polizeimanne mit wenigen Worten über⸗


