habene Tempel und die reiche Reſidenz ins Auge fal⸗ len, zeigt das rechte nur die beſcheidenen Gebäude der großen Vorſtadt Au. Hier wohnen die weniger be⸗ mittelten Leute; ja in den entfernteſt gelegenen, unmit⸗ telbar an das Freie grenzenden Häuschen birgt ſich die beſcheidene Armuth, welche von den Broſämlein lebet, die von den Tiſchen der Reichen fallen. Es zeigt ſich da unter andern ein ganz kleines Hüttlein, das mitten in einem geräumigen Grasängerlein einſam liegt. Dieſes Grasplätzchen diente zum Wäſchbleichen; ſo waren auch hohe Stangen, an denen man die Stumpfe der Aeſte ge⸗ laſſen hatte, daſelbſt in die Erde eingerammt und über dieſe natürlichen Henken hatte man lange ſauber ge⸗ ſchälte Stangen gelegt, um daſelbſt die Wäſche dem Zuge der Luft noch beſſer ausſetzen zu können. Die Thüre und die beiden Fenſter des Häusleins waren nach dieſem Grasplatze gekehrt, mit der Rückwand ſtieß das Häuschen hart an eine große und hohe Gartenmauer, die ſich lang hinzog und hinter belaubten Bäumen ver⸗ lor, unter denen man die Dächer mehrerer ähnlicher Hütt⸗ chen ſehen konnte. Links und rechts führten ſchmale Fuß⸗ pfade zwiſchen Hecken ins Freie und wenn wir uns noch einen alten Hollunderbaum neben dem Hüttchen und einen halb entblätterten Rottwienerapfelbaum hinzudenken, der die Thüre der Hütte beſchattete, und die daſelbſt ange⸗ rachte Bretterbank, ſo iſt das Bildlein fertig.
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Der arme Niklas : eine Erzählung für die Jugend / von Philipp Körber.
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