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bedürftiges Herz ſchlug in jeder Zeile, und Moriz hatte eine Hand für dieſen Puls.
Sie bat um einen brieflichen Verkehr und wünſchte für denſelben jene Unbefangenheit und jenes Du beizubehalten, die im Aſchaffenburger Hausgarten von ihm ſelbſt, unter dem Klang des Poſthorns, ſeien angeſtimmt worden.
Seitdem wob ſich aus zarten Fäden des Brief⸗ wechſels ein duftiges Band, dem der Zauber ver⸗ liehen war, mit zunehmender Länge doch immer enger zwei Herzen an einander zu ziehen; ſo daß ſich bald errathen ließ, zu welchem Bund es ſich ver⸗ ſchlingen werde, ſobald die Zeit mit ihrer ausglei⸗ chenden Hand die Schicklichkeiten des Alltagslebens gelbſt haben würde.
Als Moriz im folgenden Herbſte Cornelien von Aſchaffenburg zum erſten Mal nach Mainz brachte, blieb er mit ihr unter der noch überall ſichtbaren Verwüſtung vor einem großen Schutthaufen ſtehen. — Sieh', ſagte er, das war das ſchönſte Gebäude der Stadt und ſtand kaum ſeit ſieben Jahren. Cu⸗ ſtine mit ſeinem Genetalſtabe bewohnte es unter


