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lichen Ereigniſſes verſteckte ſich halb hinter den herz⸗ lichen Ausdrücken ſeiner hohen Achtung gegen Moriz.—„Als Vater kann ich wohl zufrieden ſein“, ſchrieb er,„daß mich meine Tochter wieder heinge⸗ ſucht hat. Wäre ſie an den jüngern Radler ge⸗ kommen, ſo hätte ich das Nachlaufen gehabt. Es war ein kurzer Ausflug, den meine wilde Hummel
gemacht hat, und bringt mir nun von den Diſteln ihres Weges und vom Thymian aus dem lieben Aſchaffenburg den reinſten Honig der Seele und Wachs zu einer Kerze hell flammenden Lebensblickes
in's Haus. Das heiß ich mir Honigwochen! Sie hat den Kreuzweg der Täuſchungen gehen müſſen, um als Stern⸗Kreuz⸗Ordensdame der Wahrheit zurück zu kehren,— nicht bloß die Wahrheit ſchätzen zu lernen, ſondern der Wahrheit werth zu ſein.“ U.ſ.w.
Wohlthuender war für den Freund Corneliens Brief,— ſchon für das Auge durch die reinen, an⸗ muthigen Züge einer ſo ſchönen weiblichen Hand, noch mehr aber durch die hohe, edle Geſinnung, mit der ſie ſich über Lothars Mißgeſchick und ihre ei⸗ genen Erlebniſſe ausſprach. Ihr liebevolles, liebe⸗


