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Täuschungen : historische Novelle / von Heinrich Koenig
Entstehung
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ſo klug oder ſo verblüfft, nichts von Ihrer Abreiſe zu wiſſen; er wollte Sie rufen. Der Beamte mit ſeinen Leuten folgte ihm aber an der Ferſe auf das Zimmer der Gräfin. Ich hatte mich unbemerkt von der Treppe in die Nebenſtube gerettet und hörte da den Namen Ihres Herrn Schwiegervaters, und daß er Sie wegen einer verfälſchten Iſenburger Obligation von Goldner in Anſpruch nehme.

Der verfluchte Advokat! ſeufzete der Graf. Nun, Franz?

Weiter weiß ich nichts von den Verhand⸗ lungen. Mir war's eben genug, mich ſchnell des ledernen Beutels zu erinnern, den ich der Frau Gräfin mit Ihrem Abſchiedsbillet zuſtellen ſollte.

Und Du haſt das Geld mitgenommen?

Ja, Herr Graf, ich wollte, aber der Menſch denkt, der Teufel lenkt. So ſtand jetzt vor der Thür der Gräfin ein Polizeidiener. Glücklicher⸗ weiſe war das Sälchen an dem Zimmer offen, das einen Ausgang nach hinten hat. Dort aber ſtieß ich auf den fatalen Doktor von geſtern Abend, der im Hauſe, nun wie er heißt! Er packte