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Täuschungen : historische Novelle / von Heinrich Koenig
Entstehung
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Wirthes, der endlich mit kopfſchüttelndem Lächeln eintrat. Sie bleiben nun doch, wenigſtens über Nacht, ſagte er. Erſt bot der Herr der ſchweig⸗ ſamen Dame die Einkehr an, und ſie forderte friſche Pferde. Als er nun artigerweiſe nach Pferden fragte, befahl ſie gute Zimmer. Ich hab ihnen meine beſten gegeben.

Aha! rief der Arzt. Die kommen expreß, um

ſich in die hieſige Harmonie aufnehmen zu laſſen. Aber, wer ſind ſie wohl?

Herr Graf, betitelte ihn der Bediente. Ein rechtes Gaunergeſicht, dieſer Domeſtik! Mir nannte er ihn Grafen von der Leyen.

Was? rief der Pfarrer Kuhn. Das wäre ja ein Verwandter von unſerem Domprobſten Damian Friederich! Ah!

Er erhob ſich dabei und lüpfte die Calotte, als ob er ſeiner Vermuthung gleich den gebühren⸗ den Reſpekt erweiſen wolle. Steinheim gehörte nämlich damals zum Rothgauer Landkapitel des Mainzer Erzſtiftes, und der Domprobſt war der erſte Prälat im Kapitel.