Baurath. Er heirathet deßhalb auch nicht, nur um in ſeinen Studien fecies Feld zu behalten!
Dergleichen Neckereien waren indeß nicht im ſchlimmſten Sinne gemeint; aber ſie trafen aller⸗ dings eine bekannte Schwäche des ſonſt ausge⸗ zeichneten Mannes. Bei ausgebreiteten Kennt⸗ niſſen, gutem ärztlichen Blick und hohem Ernſt in ſeinem Berufe hatte Riviére— vielleicht von ſeiner franzöſiſchen Abſtammung— eine allzulebhafte Reizbarkeit des Herzens für weibliche Schönheit und Liebenswürdigkeit. Seine deutſche Phantaſie ſpielte ihm dabei gern mit und entflammte ſein Ge⸗ müth, ſo daß er für diejenige, die den jüngſten und mithin lebhafteſten Eindruck auf ihn machte, förmlich ſchwärmen konnte. Dann träumte er vom Glück der Ehe und nach Umſtänden von den aben⸗ teuerlichſten Eroberungen, bis eine neue Erſchei⸗ nung dazwiſchen kam, die ihm Wahl und Unter⸗ nehmung durchkreuzte.
Bei alle dem galt er für einen beliebten Frauenarzt, indem er ſich bei ſeiner lebhaften
—


