34 Das Schreibepult,
und küſſen ihm die Hand.) Seyd willkommen, Kinder! ſeyd willkommen! Wie geht es euch? Soph. Gut, mein Vater!
Rath. und dir?
Fähnr. Ertraͤglich!
Rath. Warum nur ertraͤglich?
Fähnr. Sie wiſſen, ich habe wenig Neigung zu meinem Stande.
Rath. Lieber Sohn! Man muß das Gluck nie in ſeinem Stande ſuchen, ſondern in ſeinem Herzen, und ich denke, du haſt ein geſundes Herz.
Fähnr. Mein väterliches Erbtheil.
Rath. Iſt es wahr, ſo biſt du ein reicher Gbe⸗ wenn gleich dieſe Wände kahl ſind.
Faͤhnr. Auch würde ich glucklich ſeyn, wenn Sie es wären.
Rath. Bin ich denn ungluͤcklich? Darfſt du in deiner Mutter Gegenwart an meinem Glücke zweifeln?
Fähnr. Der Mangel bey Ihrem herannahenden Alter—
Nath. Was nennſt du Mangel? Wer ſeine Be⸗ durfniſſe befriedigen kann, der iſt wohlhabend.
Fähnr. Koͤnnen Sie das? Rath. O ja, denn ich bin genügſam. Meinſt bu, wir gingen hungrig zu Bette? Deiner Mutter liebe Hand bereitet mir täglich, was mein Fleiß erwarb, und ſie wuͤrzt die Koſt durch immer gleiche Heiterkeit.


