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oder die Gefahren der Jugend.
Eilfte Scene. R äthin Fzhnrich.
Fähnr. Guten Morgen, beſte Mutter!
Räͤthin. Willkommen, lieber Karl! was bringſt du mir?
Faͤhnr. Meine halbe Gage und mein ganzes Perz.
Raäthin. Guter Junge! Wie kannſt du dich mit ſo wenigem behelfen?
Fähnrich. Wie haben Sie ſich denn beholfen, als Sie bey Ihren geringen Einkuͤnften doch nichts an meiner Erziehung ſparten?
Raͤthin. Wir lebten eingezogen; du aber mußt deinem Dienſte Ehre machen.
Faͤhnr. Wenn der Fuͤrſt mich einſt ünihn wird, warum mein Rock ſo kahl iſt, ſo denk' ich, ſoll meine Antwort ſeinen Dienſt nicht ſchänden.
Räthin. Du biſt jung, du mußt dein Leben genießen.
Faͤhnr. Das thue ich; wenn ich jeden Monat dieſe paar erſparten Thaler auf Ihren Tiſch lege, ſo habe ich mir wieder auf 4 Wochen Lebensgenuß erkauft.
Räthin. Aber deine Kameraden werden dich für geizig halten; oder wiſſen ſie vielleicht—
Faͤhnr. Pfui, Mutter!
Räthin. Du wirſt dich ihren Spöttereyen ausſetzen.
Fähnr. Beſſer, als wenn mein Gewiſſen meines Herzens ſpotten muͤßte.


