Teil eines Werkes 
11. Th. (1828) Sämmtliche dramatische Werke
Entstehung
Einzelbild herunterladen

.

oder die Gefahren der Jugend. 15

Dieth. O ja, ich liebe ſie; warum nicht? Du ſiehſt ja, daß ich Brieſchen mit ihr wechsle.

Flink. Aber von Briefchen bis zum Ehekontrakt iſts noch weit.

Dieth. Man hat vielerley Verdruß in der Welt; man verliert im Spiele, oder mault mit einem Freunde, da thut man wohl, zu einer huͤbſchen Dirne zu flattern, und von ihren Lippen Vergeſſenheit zu ſchluͤrfen.

Flink.(bey Seite) O weh! meine gute Madame Luppnit!

Dieth. Aber heirathen Schade! Schade! daß Sophie nur ein Kammermaͤdchen iſt.

Flink.(bey Seite) Meinen Gulden hab' ich red⸗ lich verdient.

Dieth. und was bin ich denn? Ein ubermuͤthiges⸗ Gluͤckskind. Was kann ich gegen Sophiens Reize auf die Waage legen? Eine Handvoll Gold.

Fuͤnfte Scene.

Vorige, Hädebrath,(ein alter Mann mit grauem Bart und grauen Haaren, ſehr einfach anſtändig gekleidet.)

Hädebr. Gegruͤßet ſeyſt du, mein Sohn! Dieth. Willkommen, ehrwuͤrdiger Hädebrath! End⸗ lich haben Sie ſich einmal wieder zu Ihrem Zögling verirrt? Hädebr. Weh mir, wenn ich mich verirrte!(mit gebietendem Ernſt zu Flink.) Man laſſe uns allein!