Teil eines Werkes 
11. Th. (1828) Sämmtliche dramatische Werke
Entstehung
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oder die Gefahren der Jugend. 9

Poſten, der ſo eben eingegangen.(reicht ihm eine Brieftaſche.)

Dieth. Machen Sie doch auch ein freundlich Ge⸗ ſicht dabey.

Herrm. Junger Mann! Ich liebe Sie; Ihrem Vater bin ich Dank und folglich Ihnen Wahrheit ſchul⸗ dig. Wen Sie ſo fortfahren, ſo gehen Sie zu Grunde.

Dieth. Nicht doch!

Herrm. Ja doch! Faſt möcht' ich mich ſhlnet daß Sie die Rechenkunſt bey mir gelernt haben; denn es ſcheint, Sie haben nur das Subtrahiren begriffen und das Multipliciren ganz vergeſſen.

Dieth. Geduld, lieber Alter! Bin ich doch erſt ſeit zwey Monathen muͤndig.

Herrm. Eben deswegen! In zwey Jahren möchte die Erinnerung zu ſpaͤt kommen⸗

Dieth. Man iſt jung, man will genießen.

Herrm. Iſt der ſchoͤnſte Lebensgenuß nicht auch der wohlfeilſte? O freygebige Natur! Nur die Kunſt, aus deinen Händen zu empfangen, läßt ſich durch kein Geld erkaufen.

Dieth. Wohl Ihnen, wenn die Nullen, die Sie täglich malen, dieſe Kunſt nicht verſchlungen haben.

Herrm. Gott ſey Dank! nein! Im Gegentheil wuͤrzt mir der Fleiß den ſparſamen Genuß. Drum bitte ich Sie, lieber Friedrich, erlauben Sie mir immer, Sie noch einmal ſo zu nennen!