Teil eines Werkes 
3. Th. (1846)
Entstehung
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vergen, was ich zu hoffen wagte? Meine Briefe haben Ihnen das Geheimniß meines Herzens geof⸗

fenbart! Ja, Madame, ich liebe Sie„ich habe

Sie von dem Augenblicke an geliebt, wo ich Sie

zum erſten Male ſah. Dieſe Liebe hat mein ganzes

Weſen verändert. Ihnen zu gefallen habe ich mich

dem Studium gewidmet. Ihnen zu gefallen ſuchte ich mir den geſellſchaftlichen Ton anzueignen. Wenn ich jetzt Etwas bin, ſo verdanke ich es Ihnen... und jetzt, nachdem Ihr Brief in meiner Seele die ſüßeſten Hoffnungen erweckte, nachdem ich von Liebe trunken hieher gekommen bin, finde ich Sie ganz anders; Kälte und Gleichgültigkeit ſind die einzigen Gefühle, welche Sie gegen mich an den Tag legen!“

„Mein Herr, Sie konnten ſich über die Theil⸗ nahme, die ich für Sie hegte, täuſchen,“ erwiderte Caroline,„wie ich mich auch über die Gefühle, die ich bei Ihnen vorausſetzte, getäuſcht habe.— Wie, Madame?— Wenn Sie noch einige Freundſchaft für mich empfinden, ſo ſchwören Sie mir, die Fra⸗ gen, die ich nun an Sie richten werde, offen und der Wahrheit gemäß zu beantworten.— Ich ſchwöre es Ihnen, Madame.— Kennen Sie ein Frauen⸗ zimmer Namens Adelaide Chopard?“

„Adelaide Chopard?“ erwiderte Johann, ganz erſtaunt, dieſen Namen aus Carolinens Mund zu hören.„Ja, Madame ja, gewiß.“

Johanns Verlegenheit überzeugte Caroline vollends, die, ihn feſt anblickend, ſagte:„Sie erröthen, mein Herr? Ich ſehe, daß man mich nicht getäuſcht hat.