Teil eines Werkes 
3. Th. (1846)
Entstehung
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Adelaide trat in das Geſellſchaftszimmer.

„Was wünſcht Madame?“ fragte Caroline mit ihrem gewohnten freundlichen Tone.

„Ich wünſchte Sie allein ſprechen zu können, Madame,“ erwiderte Adelaide, runzelte die Stirne und zeigte ihre Zungenſpitze.

Caroline war erſtaunt über den Ton der großen Dame; ſie antwortete ihr indeß:„Ich bin unter guten Freundinnen, Madame Ich habe kein Geheimniß vor ihnen und ich denke, daß das, was Sie mir zu ſagen haben, gleichfalls kein Myſterium iſt.— Verzeihen Sie, Madame, es iſt ſehr my⸗ ſteriös.“

Caroline konnte ſich des Lächelns nicht enthalten, ſie ließ jedoch Fräulein Chopard in ein anderes Zimmer treten, während die kleine Laura zu Madame Marcelin ſagte:„Man ſollte faſt glauben, die Dame da ſei ein verkleideter Mann.“

Caroline bot Adelaiden einen Stuhl und ſetzte ſich gleichfalls. Adelaide begann nun nach einem wohlberechneten Plane:„Sind Sie Madame Dor⸗ ville?— Ja, Madame.— Ich, Madame, bin noch unverheirathet und bis Johanni einundzwanzig Jahre alt.— Bitte um Entſchuldigung, Fräulein, aber man kann ſich täuſchen.— Ich bin allerdings für mein Alter ſehr ausgebildet, aber ich werde auch zwanzig Jahre ſo bleiben.— Daran zweifle ich nicht, Fräulein.— Uebrigens, Madame, hätte ich heirathen ſollen ſchon vor langer Zeit aber

Sie, Madame, ſind ſchuld, daß ich noch ledig bin.