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ſein. Eine Wohnung miethen ohne Küche, wo denkt er denn hin? Nicht wahr, lieber Freund, Ihr Herr iſt immer ſehr traurig? Er denkt an kein Vergnügen, an keine Zerſtreuung?— Bitte um Verzeihung, mein Herr bleibt keinen Tag zu Hauſe, er geht ins Theater, man ſieht ihn auf den Promenaden, er reitet ſpazieren und macht wenigſtens zweimal täglich Toilette.“
Chopard macht große Augen und ſagt:„Eine ſonderbare Trauerweiſe.. Ich begreife es nicht... aber Adelaide, die ſo viel Geiſt beſitzt, wird ſchon den Schlüſſel zu dieſem Benehmen finden Ich muß ihr Alles ſagen, was ich vernommen habe.“
Chopard geht nach Hauſe und theilt ſeiner Frau und ſeiner Tochter Johanns Betragen mit. Ma⸗ dame Chopard ergießt ſich in Ausrufungen des Staunens, erwartet aber, daß ihre Tochter ſprechen werde. Adelaide bleibt einige Minuten ſtumm; man ſieht jedoch, daß eine heftige Bewegung in ihr vorgeht. Endlich murmelt fie mit erloſchener Stimme:
„Mutter! Schaffen Sie mir doch Luft ich erſticke.— Ach Gott! meine Tochter erſtickt!— Hat ſie vielleicht ſchon zum dritten Male gefrüh⸗ ſtückt?“ rief Herr Chopard.—„Nein, Johanns Benehmen raubt mir den Athem, empört mich!“
„Das iſt wahr ſie hat Recht,“ ſagte Ma⸗ dame Chopard.„Johanns Benehmen iſt abſcheulich. — Es iſt ſehr ſpitzbübiſch,“ ſagte Herr Chopard, indem er mit dem Fuße ſtampfend, mit zorniger Miene im Zimmer auf und abging.


