Teil eines Werkes 
2. Th. (1846)
Entstehung
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Johann fühlte den tiefſten Kummer über den Verluſt ſeiner Mutter; Schönzopf theilte ſeinen Schmerz, und auf lange wurden die Heirathspläne von der Trauer um die Dahingeſchiedene verdrängt.

Während der erſten ſechs Wochen, die auf den Tod ſeiner Mutter folgten, ging Johann faſt gar nicht aus; immer traurig und tief von dem erlitte⸗ nen Verluſte ergriffen, wies er jede Zerſtreuung zurück und nur die Einſamkeit ſchien ihm zu ge⸗ fallen.

Schönzopf achtete einen ſo natürlichen Schmerz; indeß verſuchte er nach Verfluß dieſer Zeit, Johann aus ſeiner Melancholie zu ziehen, und glaubte, daß es kein geeigneteres Mittel hiezu gebe, als von ſeiner Künftigen mit ihm zu ſprechen.

„Du haſt,“ begann Schönzopf,„ſeit dem Todes⸗ fall Deiner Mutter die Chopards nicht mehr be⸗ ſucht; ſie ehren zwar Deinen Kummer, lieber Johann, aber man darf doch ſeine Freunde und diejenige, welche man liebt, auch wieder ſehen; ich weiß wohl, Du wirſt jetzt nicht von Deiner Liebe mit ihr ſpre⸗ chen; Adelaide iſt zu vernünftig, als daß ſie ſo et⸗ was fordern ſollte; aber ſie wird Dich tröſten, ihr Anblick wird Dir Freude machen, und auch ſie wünſcht ſehnlichſt, Dich wiederzuſehen.

„Es preſſirt nicht,“ erwiderte Johann trocken. Schönzopf wußte ſich dieſe Antwort von einem jungen Manne, der ihm bis über die Ohren ver⸗ liebt ſchien, gar nicht zu erklären.

Indeß nahm es die Chopards Wunder, daß Jo⸗