79
Caroline allein, immer gut, immer zur Nachſicht geneigt, hätte Johann gerne aus ſeiner Verlegenheit geriſſen; indeß fürchtete ſie, wenn man ihn an der Unterhaltung Theil nehmen laſſe, ſo möchten ihm einige unpaſſende Ausdrücke entſchlüpfen. Seinerſeits hätte Johann gleichfalls gerne geſprochen, aber er wußte nichts zu ſagen und blickte Caroline jedesmal an, ſo oft man die Augen nicht nach ihm richtete.
Nun kam das Geſpräch auf eine muſikaliſche Soirée. Herr Valcourt behauptete, es ſei nichts lang⸗ weiliger, als eine ſchlechte Muſik und ſagte:„Ich wette, der Herr da iſt auch meiner Meinung?“
Dieſe Frage war an Johann gerichtet, der ſeit ſeinem Eintritt zuhörte und keine Silbe ſprach. Er wandte ſich gegen Valcourt und erwiderte:„Die ſchlechte Muſik?.. Meiner Treu', ich kenne weder die ſchlechte noch die gute.. In dieſem Allen bin ich ſehr unerfahren.“
Der Stutzer ließ ein ſpöttiſches Lächeln über ſeine Lippen gleiten, die Damen blickten ſich an und Caro⸗ line fiel mit der raſchen Bemerkung ein:„Es gibt Leute, welche die Muſik nicht lieben. Es hat nicht Je⸗ dermann Zeit, ſich derſelben zu widmen.. Aproypos, wer hat das neue Stück im Vaudevilletheater ge⸗ ſehen? Man ſagt, es ſei ſehr gut gegeben worden.“
„Ja, nicht übel. Haben Sie es geſehen, mein Herr?“ Dieſe Frage war abermals an Johann ge⸗ richtet, den der Stutzer boshafter Weiſe auf's Korn zu nehmen ſchien.
„Ich gehe höchſt ſelten ins Theater,“ erwiderte


