Erſtes Kapitel. Die Niederkunft.
Mitternacht war vorbei, es ſchlug Ein Uhr auf der St. Paulskirche; ſchon lange herrſchte tiefes Schweigen in den leeren Straßen; die Bewohner des ebenten Arrondiſſements ſchliefen oder lagen we⸗ ens im Bette. Das volkreiche Quartier der vie St. Antvine war nur noch von einigen Saum⸗ ſeligen oder von ſolchen Leuten beſucht, zu deren Geſchäft es gehörte, bei Nacht herumzulaufen. Die Einen gingen ſchnell und wichen den Entgegenkom⸗ menden gerne auf die andere Seite der Straße aus, ie Andern ſtanden vor jedem Hauſe ſtill und der Mond erleuchtete dieſe ganze Scene; er erleuchtete aber noch mehr, fintemal es nur einen Mond für le fünf Welttheile gibt, der zu gleicher Zeit in die Gewäſſer des Nils und der Tiber, auf die öbenen Amerika's und die Wüſten Arabiens, auf
die lachenden Ufer der Rhone und die Waſſerfälle es Niagara, auf die Ruinen von Memphis und die Gebäude von Paris ſeine Strahlen wirft. Das t faſt zu viel für einen Mond, werdet Ihr ſagen.
Frangois Durand, Herbariſt in der Rue St. Pauſ, in gerade jetzt vierzig Jahre alter Mann, der, ſeinem Berufe nicht weniger aus Vorliebe als aus


