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auszurufen:„O der Elende, ich hatte ſeine Schänd⸗ lichkeit wohl errathen.“
„Was ſchreibt er Ihnen denn?“ fragte Jenneval.
„Ich will es Ihnen vorleſen, was er mit zit⸗ ternder Hand hingekritzelt hat; zuvor aber, mein Freund, ſoll Jerome erfahren, wie groß die Schuld dieſes Emils war, damit er ſein ganzes Benehmen gegen mich kenne. So hören Sie denn, Jerome, und urtheilen Sie, ob mein Haß gegründet war. Ich hatte eine Tochter, die ich anbetete, ſie war die Hoffnung meiner alten Tage, ſie war meine Zukunft, mein Glück.„ auf meiner LTochter be⸗ ruhte all meine Lebensfreude. Sie war jung, ſchön,
gefühlvoll. Dieſer Emil kam unter einem ange⸗ nommenen Namen in mein Haus; es gelang ihm,
meine Tochter zu verführen, ihre Vernunft zu be⸗ täuben, indem er ſie glauben machte, ich würde niemals meine Einwilligung zu ihrem Glücke geben. Der Schändliche, er wollte ſie nicht heirathen, er wollte ſie nur entehren„ Endlich entführte er ſie mir und alle meine Nachforſchungen waren vergeb⸗ lich. Ich konnte nicht erfahren, was er mit mei⸗ nem Kinde angefangen hatte. In der erſten Zeit ſchrieb mir meine Tochter noch, ſie verſprach mir, wiederzukommen, ſie ſchmeichelte ſich mit der Hoff⸗ nung, ihr Entführer würde ſie heirathen; bald aber blieben die Briefe aus, und ſeit neun Jahren habe ich keine Nachricht von meiner Tochter.“
„Neun Jahre!“ rief Jerome, der mit jedem Augenblicke größere Theilnahme an Guerreville's


