109
grimmigen Blick zuwarf; aber Stephanie, die den Widerwillen ihres Geliebten nicht zu bemerken ſchien, zog den Kopf von Zizine auf ihre Kniee und gefiel ſich dabei, mit ihren Fingern in die weichen Haare zu fahren.
Indeß hatte Emil bemerkt, daß das Kind ſeit einigen Tagen traurig wurde, und er bemühte ſich, den Grund davon zu erfahren: Zizine hatte ſeit länger als einem Monat Jerome nicht geſehen, denn ſie beſuchte ihn niemals, ohne daß Stephanie mitging, und da die Krankheit der Madame Dol⸗ bert ihre Enkelin verhindert hatte, auszugehen, ſo konnte ſich auch die arme Zizine nicht zu ihrem Vater begeben.
„Wir werden bald zu Jerome gehen,“ ſagte Stephanie zu dem Kinde;„aber ich will nicht aus⸗ gehen, ehe meine Großmutter völlig hergeſtellt iſt.“
„Un wenn mein Vater krank wäre,“ ſagte Zi⸗ zine ſeufzend.„
Pann vermutheſt Du das?“ „Weil ich ihn ſchon ſeit langer Zeit nicht ge⸗ ſehen habe. Er kommt nicht mehr hieher.“
„Du weißt wohl, daß er uns immer ſagt, er habe keine Zeit.“
„Ja aber er wird glauben, ich denke nicht mehr an ihn und das wird ihm Kummer machen
Emil hatte dieſe Unterhaltung angehört, ohne ſie zu unterbrechen. Plötzlich ſagte er zu Zizine: „Wo wohnt Dein Vater, Kleine?“


