Teil eines Werkes 
1. Th. (1846)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

S Uebles reden. Die Ariſtokratie herrſcht übrigens dermaßen darin, daß zwei Nachbarn einander nicht grüßen, wenn ſie nicht dieſelbe Geſellſchaft beſuchen. Kurz, es iſt dort eine kleine Welt, denn ich kenne ſehr große Städte, wo die gleichen Vorurtheile herrſchen. Die arme Ariſtokratie, welche man mit der Wurzel ausrotten, welche man mit Spott ver⸗ nichten wollte, man findet ſie dennoch immer wieder in Palaſt und Hütte, in Dorf und Stadt. Das Wort kann man ſtreichen, die Sache bleibt. Scheint fie auch im Salon eines Herzogs oder eines Marquis deſpotiſch zu regieren, ſo werdet Ihr ſie in gleicher Weiſe im Hauſe des Banquiers wiederfinden, wo der dicke Kapitaliſt den Klein⸗ händler über die Achſel anſieht, wo die Frau des Wechſelagenten mit ihrer Toilette die Frau eines

Waarenhändlers niederdrückt; Ihr werdet ſie endlich

wieder in dem Saale des Spießbürgers finden, wo der Kanzleidirektor den Ton eines Beſchützers gegen den Aſſiſtenten annimmt; wo die Gattin eines Spe⸗ kulanten mit der Künſtlerfrau nicht zum Wort kom⸗ men mag. Unter Kaufleuten blickt der Magazin⸗ beſitzer den Krämer verächtlich an; unter Künſtlern will der, welcher ein gutes Kleid anhat und einen geſpickten Beutel beſitzt, das große Wort führen; und ſo geht es herunter bis zur Bedientenſchaft in unendlichen Abſtufungen.

Kehren wir nach Chateau⸗Thierry zurück und gehen wir in den Salon der Frau Blanmignon. Es iſt eine reiche Reninerin, bei welcher die erſten