— ſon bringt es nicht in Aufregung. Ich wünſchte es wohl ſie iſt ſehr hübſch und ich wäre glücklich, wenn ich ſie lieben könnte.
Die Nichte heißt Pelagie; ſo nennt ſie ihre Tante, welche an einem Whiſttiſch Platz genommen hat, um ſich nicht mehr zu rühren bis zum Augenblick des Aufbruchs. Vorher ermahnt ſie noch ihre Nichte, ſich zu amüſiren und weniger ſchüchtern zu ſein. Pelagie erröthet und antwortet ſehr leiſe:„Ja, meine liebe Tante.“ Dieſes Mädchen iſt, wie es mir vorkommt, die Unſchuld ſelbſ.
Madame Lepine ergreift Pelagie am Arme und führt ſie in den Kreis der Geſellſchaftsſpiele. Ich ſetze mich neben fie, denn ich bin neugierig auf eine Bekanntſchaft mit dieſer Agneſe. Alle jungen Frauen⸗ zimmer blicken ſich an, als ich meinen Stuhl neben Pelagie ftelle; Aerger und Eiferſucht funkeln bereits aus ihren Augen. In der Provinz veutet man ſo ſchnell die geringſte Handlung, den unbedeutendſten Vorzug; doch es liegt mir wenig daran, was dieſe Fräuleins denken: ich bin ja mein eigener Herr.
Wie lieblos doch junge Frauenzimmer gegen ein⸗ ander ſind! Sie ſuchen bei Soiréen gewöhnlich eine Neuangekommene, welche einigermaßen die Aufmerk⸗ ſamkeit rege macht, einzuſchüchtern, indem ſie ihr beim Spiele die ſchwierigſten Fragen vorlegen und ſie auf jede Weiſe verwirren. Ich merke dieſen Kunſtgriff und komme deßhalb Fräulein Pelagie zu Hülfe. Einmal wollte ſie mir danken, ſie ſing eine Phraſe an, deren Ende ich nicht hören konnte,


