Teil eines Werkes 
3. Th. (1846)
Entstehung
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liebt, geht ſpazieren, kommt wieder heim ganz nach

Gutdünken. Wenn man nur die Stunde des Eſſens und der Probe nicht verſäumt, ſo iſt man im Uebri⸗ gen ganz ſein eigener Herr.

Ich verſpreche, den beſtehenden Regeln nach zu leben, und will mich in die Bosquets vertiefen, um die Rolle des Almaviva zu ſtudiren. Aber der Ge⸗ danke, daß ich in dieſem Hauſe mit Frau von Marſan allein bin, denn die Bedienten und Tag⸗ löhner dürfen nicht gerechnet werden, dieſer Gedanke macht mich unaufhörlich zerſtreut. Sie gibt mir ſo viele unzweideutige Beweiſe, daß ich an ihrer Nei⸗ gung beinahe nicht zweifeln kann; aber ich habe es ja mit einer großen Kokette zu thun, die vielleicht meine Huldigungen nur deßwegen freundlich ent⸗ gegennimmt, um mich deſto länger an ihren Triumphwagen zu ketten.

Ich hoffte mit Frau von Marſan allein zu dini⸗ ren; aber ein langweiliger Nachbar kommt auf Beſuch und dinirt mit uns. Ich glaube, daß die Gegenwart dieſes Herrn ſie eben ſo ſehr beläſtigt als mich; jedoch muß man eine freundliche Miene gegen ihn machen. Glücklicher Weiſe ſpricht der Nachbar beim Eſſen für Drei; ſomit können wir

an Alles denken, was uns beſchäftigt, ohne daß

die Unterhaltung ſtockt. Endlich um halb acht Uhr denkt der alte Herr ans Heimgehen; er entfernt ſich und ich bleibe allein bei Frau von Marſan. Wir machen einen Spaziergang in den Garten. Das Grün, der Schatten, die Stille, Alles ladet zur