Teil eines Werkes 
3. Th. (1846)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

80

aber meine Furcht verſchwindet bald wieder, denn ich ſehe, daß Herr von Grandmaiſon ſeines Opern⸗ glaſes bedarf, um die Gegenſtände genau zu unter⸗ ſcheiden.

Jetzt wird eine rieſenhafte Punſchbowle gebracht,

der die Herren ſo fleißig zuſprechen, daß ich nicht

weiß, in welchem Zuſtande ſie beim Souper ſein werden. Der große Herr, mit dem dummen Ge⸗ fichte, den man Mylord nennt, thut weiter nichts, als immerfort ſein Glas füllen und leeren, wäh⸗ rend der kleine Rothkopf, den ich mit dem Namen Zamorin rufen höre, ſich mit Makronen und Bis⸗ cuit vollſtopft, um beſſer auf das Souper warten zu können. Der alte Roué und der junge Zierbengel erkun⸗ digen ſich nach dem Geſichte von Grandmaiſons neuer Maitreſſe und der Amphitryo entwirft eine ausführliche Schilderung ihrer Reize, mit dem Ver⸗ ſprechen, morgen mehr davon zu erzählen.—„Wie wird man ſie nennen?“ fragt Raimund.—„Sie wird Madame St. Laon heißen ein hübſcher Name nicht wahr, meine Herren?— O ja, ſehr hübſch..— Ich halte viel auf Namen.— Hat ſie Kinder?— Einfaltspinſel! haſt Du denn nicht gehört, ſie ſei faſt noch uneingeweiht?— Ja, aber faſt iſt nicht ganz... Schweigen Sie, Rai⸗ mund, Sie beleidigen die Unſchuld!“ ruft Herr Ro⸗ cambolle, der alte Rous,„ich bin überzeugt, daß Grandmaiſon dieſes Frauenzimmer unter den Tu⸗ genden ſelbſt herausſuchte.“