grſtes Kapitel.
Duell mit meinem Nachbar.
Zur feſtgeſetzten Stunde begebe ich mich nach dem bois de Boulogne. Das Wetter iſt ſehr ſchön,
der Spaziergang höchſt angenehm und die Spazier⸗
gänger zahlreich. Mein Nachbar hat, um ſich zu ſchlagen, ein Stunde gewählt, in der man kaum der Beobachtung entgehen kann; er läßt ſich aller⸗ dings immer gerne ſehen, aber doch ſcheint mir dies nicht der geeignete Fall dazu; er wäre, glaub' ich, im Stande, ſeinen Poſten vor einem Wachhauſe zu wählen. Doch Geduld! ich will nicht vorſchnell urtheilen.
Hier iſt die Porte Maillot. Ich ſehe nichts von Raimund. Es iſt noch nicht Ein Uhr. ich will alſo ſpazieren gehen. Dieſen Morgen dachte ich nicht, daß ich heute noch allein in das Gehölz von Boulogne kommen würde. Caroline wundert ſich gewiß über mein Ausbleiben. In der That erweiſe ich ihr wenig Aufmerkſamkeit, und wenn ſie einigermaßen anſpruchsvoll iſt, wird ſie mit mir ſchmollen. Aber ich finde dann leicht ein Mittel, um den Frieden wieder herzuſtellen; nur in alten Ehen und bei alten Verbindungen ftumpfen Zänke⸗ reien die Liebe ab, weil alsdann die Verſöhnungen nicht mehr dieſelben ſind.
Paul de Kock. XCRl. 1


