Teil eines Werkes 
1. Th. (1846)
Entstehung
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Man ſpottet, man läſtert über Andere; der Anſtand und gute Ton verbietet dieß niemals. Was man ſelbſt nicht thun kann, wird als lächerlich dargeſtellt und was man insgeheim liebt, perſiflirt. Da haben wir eben die Fabel vom Fuchs und den Trauben.

Bald wenden ſich die Zuſchauer nach einer andern Quadrille. Die Menge wächst; die Tänzer ſind von einem dreifachen Kreiſe Neugieriger umgeben. Wahr⸗ ſcheinlich kann man dort einige hübſche Geſichtchen oder eine ſehr lächerliche Tracht ſehen. Ich trete näher und gelange unter die vorderen Zuſchauer; je⸗ doch die Tänzerin, welche ich erblicke, hat ein ganz gewöhnliches Geſicht und deßgleichen eine ſolche Klei⸗ dung: dieſe kann alſo nicht der Gegenſtand des all⸗ gemeinen Gedränges ſein.

Sie iſt in der That ſehr hübſch.

Ah! Du wirft ſehen, mit welcher Anmuth ſie tanzt, ſagen zwei junge Leute neben mir.

Ich überblicke jetzt die ganze Quadrille und meine Augen fallen bald auf ein Mädchen, das ein kleines, mit einem Roſenbouquet geſchmücktes Häubchen trägt.

Die reizenden Züge des Mädchens erregen meine Bewunderung. Ihre Augen ſtrahlen von Tanzluſt; gewaltig pocht ihr Buſen und das ſchmeichelhaſte Ge⸗ murmel um ſie her färbt ihre Wangen mit einer lebhaften Röthe. Welches Frauenzimmer iſt unem⸗ pfindlich gegen das Lob? Trafet Ihr jemals ſolche, meine Leſer? Wenn dieß der Fall wäre, ſo bitte ich Euch, dieß als ein merkwürdiges Ereigniß in Euer

Tagebuch zu ſchreiben.