101
erzürnen, welche ſie ſchaukeln. Dieß iſt eine neue Art, ſich liebenswürdig zu machen.
Aber da unten weint Jemand... es iſt ein Bube von zwölf bis dreizehn Jahren, der mit einem großen⸗ mindeſtens achtzehnjährigen Laffen ſchaukelt. Kaum hat dieſer Letztere den Balken beſtiegen, als der Junge am andern Ende über die kleine Eiſenſtange, an welcher die Spielenden ſich halten, ſo heftig empor⸗ geſchnellt wird, daß er zu Boden fällt, glücklicher Weiſe jedoch auf den Raſen, ſo daß er keine Ver⸗ letzung erhält. Ein wenig hinkend macht er ſich da⸗ von, während der große Lümmel ganz ſtolz iſt auf den Klapps, den er dem Buben verſetzt. Das Schaukeln iſt ein ſchönes Spiel, ich rathe aber Den⸗ jenigen, die daſſelbe treiben wollen, vorher den Bo⸗ den mit etwas Weichem beſtreuen zu laſſen, denn ich weiß aus Erfahrung, daß man häuſig fällt und manchmal ſogar gefährlich.
Doch welch' ein Sauſen!... Es feſſelt unwilllür⸗ lich meine Aufmerkſamkeit. Schwirrte ein Pfeil vor⸗ bei? Nein, der ägpptiſche Vogel iſt abgefſogen. Wie ſtolz iſt der Glückliche, der das Ziel getroffen; allerdings hatte er den Vogel nur eilf Mal losge⸗ laſſen. Ein dicker Herr nimmt jetzt den eiſernen Draht.. ich kenne ihn wohl: es iſt Raimund. Es wäre ein Wunder geweſen, wenn ich ihn nicht ge⸗ troffen hätte, denn dieſer Menſch iſt überall.
„Ich wette,“ ſagt er mit dummdreiſter Miene und Aufſehen erregender Stimme zu demjenigen, wel⸗ cher ſo eben geſpielt hat,„ich wette, mein Lieber


