Erſtes Kapitel. Peter und Roſſignol.
„Sonderbar,“ denkt Peter bei ſich und ſpaziert gähnend im Zimmer auf und ab, das er jetzt allein bewohnt,„ſonderbar, ich bin jetzt Herr im Hauſe, mir fehlt Nichts, ich habe mehr Geld als ich brauche, und doch gähne ich den ganzen Tag. Als ich Bo⸗ tenläufer war, wußte ich nicht, was Langeweile ſei, denn ich hatte keine Zeit, daran zu denken. Ich ſang vom Morgen bis zum Abend, und kehrte ich Abends mit vierzig Sous im Sacke heim, war ich, meiner Seel', fideler, als ich mit allen den Goldfüchſen da bin. Sonderbar! damals war mein größter Wunſch ein ſolcher Goldfuchs; jetzt hab' ich ſie in größter Menge und ſie— langweilen mich. Ich dachte, ein Reicher, der müſſe und müſſe ſich amüſiren; aber weit gefehlt! Was fang' ich an? Wie kürze ich mir die Zeit? Schreiben kann ich nicht; ich weiß nicht einmal meinen Namen zu un⸗ terzeichnen! In den A⸗b⸗c⸗Büchern herumbuchſtabi⸗ ren mag ich nicht! Von Muſik verſtehe ich Nichts; noch weniger von Andreas ſeinem Gepinſel. Im Theater ſchlafe ich ein, obgleich es ſchön da iſt. Nur das Eſſen macht mir Spaß; aber kann ich den


