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geliebt von der gnädigen Frau, dem Fräulein und mir? Biſt Du darum weniger talentvoll, weniger nett, weniger artig? Alſo nicht länger geweint, ich verbiete es. Weinen macht die Augen roth und ſcha⸗ det den hübſchen Aeuglein da...“
Dabei küßt ſie mich auf die Stirne und das thut mir ſo ſüß, ſo wohl! Ich glaube, ich bin ſchon Etwas getröſtet; dennoch ſeufze ich tief auf, aber nicht ganz aus Kummer. Lucilie meint, ich ſei immer noch traurig und hält nochmals ihr Köpſchen dicht an meine Bruſt. Dießmal küſſe ich ſie, doch nicht auf die Stirne.
„Was machſt Du denn, Andreas,“ ruft Lucilie mit zitternder Stimme.„Warum küſſeſt Du mich? Wenn es Dich tröſtet, will ich's Dir ein wenig er⸗ lauben, aber nur ein wenig.. ich glaube, jetzt iſt's genug, mein Herr.“
Das ſagt ſie nicht in ſcheltendem Tone. Der Anblick meiner Thränen hat ihr Mitleid eingeflößt, und Mitleid macht ſchwach. Ich drücke ſie brünſtig an mein Herz: o, ſie hat nicht mehr Zeit, meine Küſſe zu zählen; ſie ftößt mich zurück, aber ſo ſanft! und wie zärtlich ſagt ſie:„Andreas, mein Freund, höre auf, ich bitte Dich!“
Wie konnte ich*1.. Im ſiebenzehnten Jahre auf⸗ hören?!.. Mich nicht tröſten dürfen in Deinen Armen, Du gutes Mädchen?!
Jetzt haben wir die Rollen gewechſelt: ich bin der Tröſter und Lucilie die zu Tröſtende.
„Wer hätte das von Dir gedacht, Andreas?“ ſagt


