Teil eines Werkes 
3. Th. (1846)
Entstehung
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nähen und liest heimlich Romane, um zu wiſſen, wie man in der vornehmen Welt liebt und von Liebe ſpricht. Ich nähere mich jetzt dem ſiebenzehnten Lebens⸗ jahr. Seit ihm der Schwärmer zwiſchen die Beine gefahren, ſcheint der Herr Graf ſein Lieblingsproject hinſichtlich des Erbens aufgegeben zu haben. Die Gräfin iſt jetzt oft bei ihrem Gemahl, weil er ſie mit ſeinem Liebesgeſchwätze verſchont. Statt des zu erzielenden Sohnes denkt Herr von Franconard nur an ſeine Tochter. Adolphine iſt erſt vierzehn Jahre alt und doch feſſelt ſie Aller Blicke durch ihre Schön⸗ heit und Anmuth. Sie iſt der Stolz ihrer Mutter, die, weit entfernt, Eiferſucht zu fühlen, nur für das der Tochter geſpendete Lob Ohren hat, und doch iſt ſie, die Mutter, noch eine junge und ſchöne Frau. Im Stillen bewundere ich die täglich mehr ſich

entfaltenden Reize Adolphinens; ihr Bild umſchwebt

mich Nacht und Tag. Ich bin groß, wohlerzogen, habe alles Ländliche abgeſtreift; ich höre, wie man meinen Wuchs und mein Ausſehen lobt. Im Schloſſe heiße ich überall Herr Andreas ich muß alſo etwas Herrenartiges an mir haben. Man rühmt auch meine Talente und Fertigkeiten. Aber was nützt mir das Alles? Muß ich mich nicht einſt von Adolphit trennen?

Schon jetzt quält mich der Gedanke und läßt mir nirgends Ruhe. Ich bin nur ein armer Sa⸗ voyarde, aus Menſchenfreundlichkeit hier im Schloſſe aufgezogen ich verdanke Alles der Güte der Frau

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